Sichtungslehrgang Stützpunkt Triathlon Bayern (Eichstätt)
Am Wochenende (10./11.11.2001) führte der Bayerische Triathlon-Verband e. V. (BTV) erstmals eine Nachwuchssichtung am Stützpunkt Eichstätt durch. Jugendwart Frank Ammermann (TSV Roth), Landestrainer Ralf Schmiedeke (SC Delphin Ingolstadt) und Stützpunktleiter Sepp Vogel (SV Marienstein) begrüßten hierzu 18 Teilnehmer aus ganz Bayern zum Härtetest für künftige Kaderaspiranten. Vom Stützpunkt Eichstätt mit dabei Vroni Bacherle und Christopher Weiß, beide von den Realschulen der Diözese.
Sportlich nahtlos ging es für die zwei Stützpunktschüler ins
Wochenende. Nach
dem Schwimmtraining am Freitag nachmittag, stellten sich die beiden
14-jährigen
bereits um 18.00 Uhr beim Jugendwart des BTV vor. Nachdem derzeit eine
Unterbringung an der Realschule in Rebdorf noch nicht möglich ist wurde
bei
Pater Purainer im Pfarrheim Quartier genommen, wo parallel am Wochenende
Geflügelausstellung angesagt war. Nach einer Vorbesprechung und einer
Nachtwanderung am Freitag gings früh in die Schlafsäcke, da am
Samstag den
bayerischen Nachwuchshoffnungen ein echter Härtetest bevorstehen sollte.
Am Samstag um 6.30 Uhr wollte Landestrainer Ralf Schmiedeke bereits die
Unterdistanzleistung im Schwimmen abprüfen. Das Aufstehen war kein
Problem, da
die jugendlichen TriathletInnen um kurz nach 5.00 Uhr bereits von den
Hähnen der Geflügelausstellung geweckt wurden. Schmiedeke war dann
im Hallenbad Schottenau
beeindruckt von den guten Leistungen der Nachwuchssportler.
Auch "Läufer" Christopher Weiß von der DJK Dollnstein, der im
Triathlon für den
SVM startet überraschte als einer der jüngsten Teilnehmer mit 29,84
Sekunden
über 50 Meter Kraul. Vroni Bacherle(SVM), ebenfalls eine der
Jüngsten
überzeugte mit 34,20 Sekunden und 6:23 Minuten über 400 Meter.
Noch am Vormittag mussten die Athleten 60 m mit Hochstart und 1000 m auf der Uni-Laufbahn am Seidlkreuz absolvieren. Auch hier zeigten alle TeilnehmerInnen trotz der Temperatur von 0 °C ansprechende Leistungen (Weiß: 7,83 bzw. 3:20; Bacherle: 8,87 bzw. 3:20). Bestzeit über 100 m lief Gerald Rieß aus Bayreuth in 3:06 und Steffi Menter aus Roth in 3:24. Nach einer längeren Pause im "Hühnerstall" mussten die TriathletInnen um 16.00 Uhr noch ihre Kraft und Ausdauer unter Beweis stellen. Die 14-jährigen liefen über 3000 m, alle anderen über 5000 m. Hier zeigten sich die beiden Mitglieder des Stützpunktes Eichstättwieder von der besten Seite. Weiß erreichte Tagesbestzeit über 3000 m in 11:22 Minuten und Bacherle lief mit 12:13 Minuten als Zweite ein. Bestzeit über 5000 m liefen wiederum Rieß (18:20) und Menter (19:45).
Schließlich wurde im Kraftraum der Universität durch D-Kadermitglied
Jörg Wagner aus Nürnberg noch die Rumpfstabilität der
TeilnehmerInnen getestet. Diese ist
Voraussetzung für eine gute Lauf- und Schwimmtechnik, außerdem
wichtig für eine
Verletzungsprophylaxe und zur Vorbeugung muskulärer Dysbalancen der
Oberschenkelmuskeln, die bei einseitig trainierenden jugendlichen Radsportlern
vorkommt.
Dass nach diesem Härtetest Wirtin Sabine von der Schamerau abends drei
Stunden
ohne Unterbrechung Pizzas machen musste, ist verständlich. Zum Glück
und zur
Freude von Organisator Sepp Vogel war am Sonntag auch das Geflügel
müde und so
konnte man einigermaßen ausgeschlafen noch ein Regenerationstraining mit
den
Stützpunkträdern zwischen Wasserzell und Obereichstätt
durchführen.
Beim Abschlussgespräch in einem Klassenzimmer der Realschule Rebdorf
stellte
Landestrainer Ralf Schmiedeke Rahmentrainingspläne (7 bis 12 Stunden je
Woche)
für die Jugend vor.
Bei entsprechenden Wettkampfleistungen in der nächsten Saison können
sich einigeder gesichteten Jugendlichen, darunter auch die beiden
Eichstätter, Hoffnungen
auf einen D-Kaderplatz im Jahr 2003 machen. Der Lehrgang zeigte auch, dass die
Standortentscheidung des BTV für den Stützpunkt Triathlon in
Eichstätt richtig
war. Die Kooperation mit dem Landratsamt (Hallenbad) und der Universität
(400-Meter-Laufbahn, Kraftraum) funktionierte problemlos. Sepp Vogel
stieß
sowohl bei Herrn Dr. Luther von der Uni wie auch bei Herrn Biedermann vom
Landratsamt sofort auf Wohlwollen. Die günstige Unterbringung für
Sportler an
Wochenenden und für Ferienlehrgänge muss noch verbessert werden,
dann sind die
Rahmenbedingungen als optimal zu bezeichnen.

